Tipps für behindertengerechtes Reisen

Mit dem Rollstuhl im Flugzeug

© IstockPhoto David Joyner

Als Rollstuhlfahrer zu fliegen ist eigentlich kein Problem. Vor Reiseantritt sind jedoch einige Punkte zu beachten.

Rollstuhl mitnehmen

Bei Buchung sollte immer abgeklärt werden, ob noch Plätze für Rollstuhlfahrer vorhanden sind. Möchte man seinen eigenen Rollstuhl mitnehmen, muß dieser bis spätestens drei Tage vor Reiseantritt bei der Airline angemeldet werden. Es gibt zwei Kategorien, den handbetriebenen und batteriebetriebenen Rollstuhl. Wobei beim Elektrorollstuhl nur eine nichtauslaufende Trockenbatterie oder Gelbatterie erlaubt ist. Die Maße und das Gewicht müssen der Airline gemeldet werden.

Hilfe beim Ein- und Aussteigen

Um problemlos in den Flieger zu gelangen, muß man vorher den Grad der Behinderung und die benötigte Hilfe bei der Airline anmelden. Hier gibt es drei Kategorien:

Gehbehindert, man benötigt Hilfe (Rollstuhl) beim Ein- und Aussteigen, kann aber ohne Hilfe den Vorfeldbus benutzen, kann Treppen überwinden und selbstständig in der Kabine zum Sitz gehen.

Stark gehbehindert, man ist nur eingeschränkt gehfähig, kann den Vorfeldbus nicht benutzen und keine Treppen überwinden, benötigt allerdings keine Hilfe in der Fluggastkabine.

Gehunfähig, man ist nicht in der Lage alleine Distanzen (z. B. in der Kabine) zu überwinden.

Ist man gehunfähig, wird bereits beim Einchecken gefragt, ob Hilfe bis zum Gate benötigt wird. Hier wird man vor allen anderen Fluggästen in den Flieger transportiert. Man erhält Hilfe von zwei Flughafenmitarbeitern und wird bis an den Flieger geleitet. Hier wird man in einen Spezialstuhl gesetzt und mit diesem bis an den Sitzplatz gefahren. Das Personal hebt den Fluggast dann auf den gebuchten Sitz im Flieger. Der eigene Rollstuhl wird direkt in den Frachtraum vom Flieger transportiert. Beim Aussteigen ist der Ablauf gleich, außer dass man als letzte Person aus dem Flieger geleitet wird. Das Personal begleitet den Rollstuhlfahrer bis zum Kofferband und bei Bedarf bis zum Ausgang.

Gepäck

Bei Buchung der Flüge und Anmeldung der Behinderung erhält man mit seinen Begleitpersonen kostenfrei eine Sitzplatzreservierung und kann je nach Airline eine bestimmte Anzahl von Mehrgepäck mitführen.

Toilette

Soweit mir bekannt ist, gibt es nur in seltenstem Fall eine behinderten Toilette im Flieger. Das heißt auch für Rollstuhlfahrer, die nicht aufstehen können, man benötigt einen Dauerkatheder oder sollte das Reiseziel wegen der Flugdauer in nicht so weiter Entfernung wählen. Man sollte bedenken, dass auch aufgrund des vorher "Einsteigens" und späten "Aussteigens" noch eine halbe Stunde zur Flugdauer berechnet werden sollte.

Autor: Steffi Raila www.behindertengerechte-reisen.com

 

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Steffi Raila ist seit ihrem Unfall 2005 querschnittgelähmt. Ihre Reiselust hat sie zum Job gemacht und das Internetportal behindertengerechte-reisen.com gegründet. Inzwischen vermittelt sie auch Reisen.

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