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Besser gehen bei MS

Die Telefonmastenmethode

Kreativität und Durchhaltevermögen beim Umgang mit der Erkrankung ist für viele Menschen mit Multiple Sklerose die Devise. Gerhard Hubert (43), Betriebswirt, hat für sich die Telefonmastenmethode entwickelt, um seine Gehfähigkeit zu erhalten, und sogar zu steigern.

"Nach einem Schub 2006 stellte sich eine schwere Verschlechterung der Symptomatik ein", berichtet er, "so dass ich voll auf den Rollstuhl angewiesen war." Gerhard war dann zur Behandlung in der Marianne-Strauß-Klinik und begann mit Gehübungen am Barren. Zunächst drei Schritte, und drei Tage später waren es schon 58 Meter mit dem Rollator. "Das machte mir Mut, noch viel mehr erreichen zu können", erzählt Gerhard mit leuchtenden Augen. "Aber man muss sich Ziele stecken, die auch erreichbar sind."

 

Zu Hause ließ er sich einen Gehwagen bauen, ein stabiles Holzgefährt auf seine Bedürfnisse angepasst. Zunächst lief er auf dem Hof, Schritt für Schritt, langsam und beständig. Immer ein abgestecktes Ziel und ein paar Schritte weiter. Auch wenn’s schwer fiel, auch wenn ihn Schwäche und Schmerzen plagten. 

Schließlich konnte Gerhard vom Gehwagen auf Krücken umsteigen und bald auf Wanderstöcke."Jeden Tag machte ich mein Gehtraining", sagt er. "Und dann wollte ich das Gefühl haben, eine Straße begehen zu können."

 

Gleich hinter seinem Haus bot sich die Gelegenheit: Die wenig befahrene asphaltierte Straße. Das Spezielle sind die Telefonmasten, die im Abstand von ca. 45 Metern aufgestellt sind. Gerhard erzählt: "Ich lebte seit meiner Kindheit in dieser Gegend. Doch nun entdeckte ich diese Straße völlig neu. Nämlich als Pflaster für mein tägliches Training." Einen Telefonmast nach dem anderen wollte er erobern. Von Telefonmast Nr. 1 zu Nr. 2 und so weiter.

 

Heute berichtet er voller Enthusiasmus: "Natürlich klappte das nicht gleich, das Laufen fiel mir ja schwer. Und es gab auch Rückschläge. Doch nach einigen Trainingseinheiten war der erste Mast eingenommen. Das war anstrengend, keine Frage. Aber dieses Glücksgefühl, ein Ziel erreicht zu haben aus eigener Kraft, hat mir sehr viel Selbstvertrauen gegeben." Selbst wenn es manchmal ewig dauert, bis Gerhard den nächsten Telefonmast erreicht, macht er unermüdlich weiter.

 

Seit mittlerweile drei Jahren trainiert Gerhard regelmäßig. Telefonmast für Telefonmast wird eingenommen und innerlich gefeiert. Jetzt schafft er ohne Gehhilfen 750 Meter, das sind 17 Telefonmasten.

Gerhards Pläne für die Zukunft, ob er einen Geh-Marathon laufen möchte? "Die Zukunft ist hier nicht das Wichtige", betont er, "das tägliche Gehtraining stärkt mein Selbstvertrauen und meine Kondition. Das hat ganz positive Auswirkungen auf meinen Alltag." Aber doch, eines Tages möchte er auch unebene Feldwege begehen können.

Gerhard appelliert: "Man muss immer dran bleiben. Jeden Tag etwas tun, ein Stück weiter kommen. Das ist ganz besonders wichtig für Menschen mit MS." (RG/Fotos CPS)

 

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