Wenn die Pflege zur Belastung wird

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Gegenwärtig sind laut Angaben des Gesundheitsministeriums rund 2,3 Millionen Menschen pflegebedürftig. Davon werden gut zwei Drittel von ihren Angehörigen zu Hause gepflegt.
Die Betreuung einer pflegebedürftigen Person verlangt dem pflegenden Angehörigen oft viel Kraft und Ausdauer ab. Und das zu jeder Tages- und Nachtzeit. Permanenter Schlafmangel und physische wie psychische Dauerbelastung fordern nicht selten ihren Tribut und können erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit zur Folge haben.
Burn-Out-Syndrom, psychosomatische Erkrankungen, chronisch degenerative oder entzündliche Beschwerden der Muskulatur und Gelenke oder Stoffwechselerkrankungen sind häufig diagnostizierte Krankheitsbilder, wenn der pflegende Angehörige an seine körperlichen und seelischen Grenzen stößt.
Wie beantrage ich eine Kur?
Möchte man eine Kur beantragen, kann der Hausarzt helfen. Ihm sollten die körperlichen Beschwerden ausführlich geschildert werden. Ebenso sollte auch die momentane Lebenssituation und die daraus resultierende seelische Belastung zur Sprache gebracht werden. Eine Kurempfehlung muss nicht zwingend aufgrund einer bereits bestehenden Erkrankung ausgesprochen werden, sie kann auch präventiv verordnet werden, um zu vermeiden, dass die ständige Belastung des Pflegenden zu chronischen Leiden führt.
Sind Indikationen für die Kur gegeben, so wird zusammen mit dem Arzt das Antragsformular ausgefüllt und beim Kostenträger eingereicht. Je nach Krankheitsursache und Behandlungsziel sind die gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherungen für die teilweise Übernahme der Kosten verantwortlich. Wird ein Antrag abgelehnt, kann dagegen binnen einem Monat Widerspruch eingelegt werden.
Weitere Informationen zur Antragstellung und Kostenübernahme finden Sie hier…
Auch Gesundheitsminister Philipp Rößler hat die enorme Leistung der pflegenden Angehörigen erkannt und möchte sich 2011 verstärkt für Entlastungsangebote nach dem Vorbild der Mutter-Kind-Kuren einsetzen.
Welche Formen der Kur gibt es bereits für pflegende Angehörige?
Die stationäre Vorsorge und Rehabilitation gilt als klassische Form der Kur. Sie wird bei schwerwiegender gesundheitlicher Beeinträchtigung verordnet. Dabei werden die Patienten ganztägig in einer Kurklinik behandelt. Liegt eine entsprechende Einrichtung nahe am Wohnort, kann sie auch ambulant erbracht werden, so dass der Betroffene abends und nachts in seinem gewohnten Umfeld verbleiben kann.
Bei leichten Anzeichen einer beeinträchtigten Gesundheit oder wenn erste Risikofaktoren angezeigt sind, macht die ambulante Vorsorgekur Sinn. Sie darf nur in anerkannten Heilbädern durchgeführt werden und kommt nicht in Frage, wenn eine klinische Betreuung des Patienten nötig ist.
Die Kompaktkur ist im Vergleich zur Vorsorgekur mit einer intensiver ausgelegten Behandlung verbunden. Sie kommt allerdings nur bei bestimmten Indikationen zum Einsatz, beispielsweise bei Beeinträchtigungen des Bewegungsapparats oder bei Stoffwechselerkrankungen, und wird nicht in jedem Kurort angeboten.
Einige Einrichtungen bieten bereits an, dass die pflegebedürftige Person mitreisen darf und während den Anwendungen entsprechende Betreuung und Versorgung erfährt. Doch was tun, wenn diese Möglichkeit nicht besteht? In solchen Fällen tritt die Ersatzpflege (Verhinderungspflege) in Kraft. (AW)
Auch pflegende Angehörige haben Anspruch auf Urlaub
Viele Menschen werden von ihren Angehörigen zu Hause gepflegt. Doch was tun, wenn der Pflegende mal verhindert ist? Oder Urlaub möchte? Dann hat der Pflegebedürftige Anspruch auf Ersatzpflege, auch Verhinderungspflege genannt.
Die geeignete Einrichtung finden: Kuren für pflegende Angehörige
Die Wahl des Kurortes ist im Einvernehmen mit dem Arzt weitgehend frei wählbar. Um die geeignete Einrichtung für sich zu finden, bietet der deutsche Bäderkalender umfassende Informationen zu den rund 300 anerkannten Kurorten in Deutschland und den speziellen Rehabilitationsangeboten der jeweiligen Einrichtungen. Bei der erweiterten Suchfunktion kann das Krankheitsbild weiter eingegrenzt und die Art des Kurortes genauer definiert werden.
Medizinische Rehabilitation
Durch gezielte Anwendungen und intensive Betreuung können die Folgen von chronischen Krankheiten vielfach gemildert werden. Mehr zum Thema medizinische Rehabilitation, Infos zur Antragstellung, zur Auswahl der Klinik oder zum Reha-Aufenthalt selbst erfahren Sie in der RehaScout-Rubrik Reha.


