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Who's who der Spitzensportler mit Handicap...

 

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Indikationen - Querschnittlähmung
Junge Frau im Rollstuhl
©istockphoto.com/Mark Kostich

Akuter Notfall: Rückenmarkverletzung

Es kann jedem passieren, von der einen Sekunde auf die andere, im Straßenverkehr, in der Freizeit, im Beruf, zu Hause. Ein Großteil aller Querschnittlähmungen ist auf Unfälle beim Auto-, Fahrrad- und Skifahren oder Stürze aus größerer Höhe zurückzuführen. Aber auch Erkrankungen wie Tumore oder Multiple Sklerose können zu Schädigungen des Rückenmarks führen. Jedes Jahr sind in Deutschland rund 1500 Menschen neu betroffen.

 

Verletzung des Rückenmarks

Das Rückenmark ist ein Teil des zentralen Nervensystems. Es liegt eingebettet im Spinalkanal der Wirbelsäule und reicht vom obersten Halswirbel bis zum zweiten Lendenwirbel. Es leitet Nervenimpulse für Bewegung vom Gehirn an die Muskeln weiter und meldet umgekehrt Berührungen und die Lage der Gliedmaßen an das Gehirn. Die Kontrolle von inneren Organen erfolgt ebenfalls über Nervenstränge im Rückenmark. Dabei sind verschiedene Bereiche des Rückenmarks für die Steuerung verschiedener Muskelgruppen und Organfunktionen verantwortlich.

Wie sich eine Querschnittlähmung äußert, hängt also entscheidend von der Höhe und dem Ausmaß der Schädigung des Rückenmarks ab. Bei Verletzungen der Lendenwirbelsäule sind die Beine betroffen (Paraplegie). Ist das Brustmark verletzt, werden zusätzlich die Arme in Mitleidenschaft gezogen (Tetraplegie). Außerdem unterscheidet man zwischen einer kompletten motorischen Lähmung (Plegie) bei der Muskelkraft und Empfindungsvermögen der betroffenen Gliedmaßen gänzlich verloren sind und einer inkompletten motorischen Lähmung (Parese), bei der eine Restmotorik und/oder eine Restsensibilität vorhanden ist.

 

Akute Folgen: der spinale Schock

Jede Rückenmarkverletzung ist ein akuter Notfall. Schon beim Verdacht einer solchen Schädigung sollte sofort der Notarzt gerufen werden: Eine Unterbrechung des Rückenmarks hat einen spinalen Schock zur Folge: Betroffene können die Gliedmaßen nicht mehr bewegen und fühlen. Durch die Weitung der Blutgefäße kann Blut in den Beinen sacken und der Kreislauf versagen. Es besteht Lebensgefahr. Bei Verletzungen oberhalb des fünften Brustwirbels können außerdem Herzschlag und Atmung aussetzen. Ein spinaler Schock kann wenige Stunden, bis mehrere Wochen andauern. Häufig wird eine Einlieferung auf die Intensivstation nötig, damit Organfunktionen, Herz, und Kreislauf überwacht werden können. Bei Rückenmarkquetschungen oder instabilen Wirbelbrüchen ist vielfach eine Operation sinnvoll sein, um weitere Schädigungen des Rückenmarks zu vermeiden und die Wirbelsäule zu stabilisieren.

 

Aussichten

Nach sechs bis acht Wochen wird zumeist deutlich, welche bleibenden Handicaps eine Schädigung des Rückenmarks tatsächlich mit sich bringen wird. Neben der Lähmung der betroffenen Gliedmaßen und entsprechenden motorischen Einschränkungen sind Stuhl- und Harninkontinenz für alle Querschnittgelähmten ein Thema. Blase und Darm werden auch über das Rückenmark gesteuert. Bei Verletzungen oberhalb des vierten Brustwirbels kann zusätzlich das Zwerchfell gelähmt bleiben. Betroffene müssen dann künstlich beatmet werden. Komplette Lähmungen sind mit heutigen Therapiemethoden nicht rückgängig zu machen. Wenn Nervenzellen teilweise intakt geblieben sind, besteht allerdings die Chance, Bewegungen neu zu erlernen. Hoffnung machen auch neuere medizinische Forschungsergebnisse: Eventuell könnten sich die Heilungsaussichten für Querschnittgelähmte in den nächsten Jahren stark verbessern. (CS)

 

 

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