Hilfsmittel - Anti-Dekubitus
Mit Weich- oder Wechsellagerung gegen Dekubitus
Anti-Dekubitus-Hilfsmittel werden sowohl zur Prophylaxe als auch zur Therapieergänzung eingesetzt. Dabei lassen sich im Bereich der Lagerung zwei Arten von Hilfsmitteln unterscheiden: Hilfen zur Weichlagerung und zur Wechsellagerung.
Hilfsmittel - Rollstuhlzubehör
Dekubitus-Hilfsmittel speziell für Rollstuhlfahrer
Druckstellen-Prophylaxe für Rollstuhlfahrer kann mit dem richtigen Sitzkissen erreicht werden. Auch bieten Hersteller entlastende Systeme an, wenn bereits ein Dekubitus besteht.
Dekubitus - Vorbeugung

- ©istockphoto.com/Jacob Wackerhauser
Lagern, bewegen, pflegen
Ein Kribbeln, Schmerzen und/oder Rötungen der Haut kündigen es an: Eine Hautstelle wird nicht richtig mit Sauerstoffstoff versorgt. Mobile Menschen ändern dann sofort bewusst oder unbewusst ihre Sitz- oder Liegeposition, Dekubitus wird vermieden. Wer aufgrund von Immobilität, Wahrnehmungseinschränkungen oder Pflegebedürftigkeit dazu nicht (mehr) in der Lage ist, kann auf andere Weise Dekubitus vorbeugen.
Lagerungstechniken
Richtig Schlafen und Liegen: Die 30-Grad-Schräglagerung ist die klassische Seitenlagerung zur Dekubitusprophylaxe. Dabei wird abwechselnd die rechte oder linke Gesäß- bzw. Körperhälfte belastet und so der Druck von den dekubitusgefährdeten Stellen Hinterkopf, Schulterblätter, Wirbelsäule, Ellenbogen, Kreuz- und Steißbein, Fersen bei Rücklagen genommen.
Für Menschen, die vor allem Druckstellen im Bereich des Steißbeins befürchten, bietet sich auch die 135-Grad-Lagerung an. In Bauchlage wird dabei ein Kissen unter eine Hälfte des Oberkörpers, ein zweites Kissen unter die Hüfte geschoben.
Weitere bewährte Lagerungstechniken zur Dekubitusprophylaxe sind die Freilagerung und die Mikrolagerung. Hier kommen neben Kissen auch gefaltete bzw. gerollte Handtücher oder Bettdecken zum Einsatz, die – je nach dem welche Hautpartien entlastet werden sollen – unter verschiedenen Körperteilen platziert werden.
Eine ausführliche Beschreibung dieser und weiterer Lagerungstechniken inklusive anschaulicher Bebilderung finden Sie hier…
Mobilitätsförderung
Darüber hinaus ist Bewegung eine gute Dekubitusprophylaxe. Diese fördert die Durchblutung und kann zusätzlich zur Entlastung von Druckstellen beitragen. Deshalb sollte sich Bewegungsförderung auch nicht nur auf das Umlagern des Betroffenen von einer liegenden in eine sitzende Position beschränken, sondern möglichst zum Stehen und Gehen anregen. Konsequent durchgeführte aktive und passive Bewegungsübungen können dabei sehr hilfreich sein. Die Versorgung mit den richtigen Mobilitätshilfen (Rollstühlen, Krücken, Gehstock etc.) ist essenziell. Rollstuhlfahrern können Stehhilfen zusätzliche Entlastung bringen.
Wer aufgrund eines schlechten Allgemeinzustandes nicht in der Lage ist, aktive oder passive Bewegungsübungen durchzuführen, kann eventuell durch Mikrostimulation Dekubitus vorbeugen (siehe Info-Kasten rechts).
Hautpflege
Intakte Haut reduziert das Dekubitusrisiko. Deshalb ist eine gute Hautpflege für dekubitusgefährdete Personen besonders wichtig. Dabei gilt: Wasser greift den natürlichen Schutzmantel der Haut an. Öfter Duschen, Baden, Waschen als unbedingt nötig ist hier also nicht angesagt. Warmes Wasser schädigt die Haut mehr als Kaltes. Waschzusätze sollten möglichst vermieden werden, und wenn sie verwendet werden, rückfettende Stoffe beinhalten.
Cremes und Lotionen können individuell je nach Beschaffenheit der Haut ausgewählt werden: Bei trockener und normaler Haut sind Pflegeprodukte mit hohem Öl-Anteil besonders geeignet, bei fettiger Haut werden häufig Präparate mit hohem Wasseranteil bevorzugt. Reine Fettprodukte wie z. B. Babyöl, Melkfett oder Vaseline sind zur Hautpflege zur Dekubitusvorbeugung nicht geeignet.
Schwitzen vermeiden
Schwitzen lässt die Haut aufquellen und macht sie empfindlicher. Deshalb bietet es sich an, zur Dekubitusprophylaxe stets für ein gutes Raum- und Bettklima zu sorgen. So kann es beispielsweise hilfreich sein, (Schlaf-)räume nicht übermäßig zu heizen und stets atmungsaktive Kleidung, Bettwäsche, Matratzen und ggf. auch Inkontinenzartikel zu verwenden. (CS)
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Leser-Service
Dekubitus-Prophylaxe: Mikrostimulation
In der Pflege hat sich die MiS Mikro-Stimulation und -lagerung vielfach etabliert. Durch Berührung und kleine Bewegungen wird dabei die Körperwahrnehmung des Betroffenen unterstützt und seine Eigenbewegung gefördert.
Dafür reichen kleinste Schwerpunktlagerungen aus. Bei der Mikro-Stimulation wird der Druck an Kopf, Schultern, Hüfte und Fersen verteilt und zugleich an den betroffenen Stellen reduziert. Im Uhrzeigersinn werden nun regelmäßig kleinste Lage- und Positionsveränderungen durchgeführt. Dazu kann ein zusammengefaltetes Handtuch oder dünnes Kissen unters Becken geschoben werden und nach kürzester Zeit unter Schulter und Hüfte positioniert werden. Auch eine dünne Bettdecke ist geeignet. Mikrolagerungen können auch durch Angehörige ausgeführt werden. (TS)





