Querverlinkt

Leben mit MS

Informationen zum Thema Multiple Sklerose
Lesen Sie hier mehr...


Therapeutischer Sport - Klettern

Hoch hinaus mit dem TSV Abensberg

Klettern unter Anleitung von Therapeuten wird als eine sinnvolle Ergänzung zu den allgemein bekannten Reha-Sportarten mittlerweile in ganz Deutschland angeboten. Der therapeutische Effekt gerade bei Menschen mit Behinderung oder schwerer Erkrankung wie Multiple Sklerose wirkt in den körperlichen, mentalen und sozialen Bereich der Betroffenen hinein. Das Klettern erhöht die Arm- und Beinkraft sowie die Rumpfstabilität, stärkt das Körpergefühl und Gleichgewicht, verbessert die Arm-Beinkoordination und fördert das Selbstbewusstsein.

Die Multiple-Sklerose-Selbsthilfegruppe Abensberg hat das therapeutische Klettern für sich entdeckt. Einmal im Monat stellt der TSV Abensberg seine Kletterwand der Selbsthilfegruppe zur Verfügung. Und was auf den ersten Blick für die Frauen und Männer undenkbar war, erwies sich später als Wohltat für Körper und Psyche.

 

Das Klettern

Zunächst blickten die Teilnehmer ratlos auf eine hohe steile Wand. Wieder einmal zeigte sich ein Hindernis, dessen Überwindung unmöglich erschien. Beim therapeutischen Klettern arbeiten qualifizierte Betreuer und erfahrene Kursleiter mit den Teilnehmern. Ein individuelles Ziel wird für jeden festgelegt, und dann geht’s auch schon los.

Der senkrechte Aufstieg erfolgt angeseilt an einer ca. 8 bis 13 Meter hohen Kletterwand. Ausgefeilte Techniken unterstützen die Kletterer an der senkrechten Wand. Mit Hilfe von Farben der Griffe, Tritte und unterschiedlichen Abständen kann der Therapeut den Schwierigkeitsgrad anbahnen. Daraus ergibt sich die Griffabfolge bestimmter Bewegungen. Getreu dem Motto "was die Beine nicht meistern, können die Arme erledigen".

 

Der körperliche Effekt

Für alle Teilnehmer hat das Klettern ein neues Körperbewusstsein durch die Bewegungsabläufe geschaffen. Sich strecken müssen, erfahren Betroffene so nur in der Krankengymnastik. Durch taktile Reize (Greifen von Griffen unterschiedlicher Form und Größe) werden verschiedene Muskelgruppen und Nervenleitbahnen angesprochen. Das gezielte Greifen und Treten erreicht eine bessere Körperkoordination. Die Konzentrationsfähigkeit wird durch die Augen-, Hand- und Fußkoordination  sowie ein überlegtes Handeln geschult. Erreicht wird eine Steigerung der Kraft und der Beweglichkeit.

 

Der psychische Effekt

Bei jedem weiteren Schritt und Griff werden Selbstwertgefühl und Selbstsicherheit trainiert. Vorher unvorstellbare Aktivitäten sind hier möglich. Das Überwinden von Grenzen zeigt, dass man mehr kann, als man eigentlich glaubte. Bei jedem Griff und Schritt mehr steht ein Rollifahrer ein wenig mehr über den sonst so "großen Fußgängern". Durch Gemeinsamkeit können eigene Ängste und Grenzen überwunden werden.

Jeder war nach dem Aufstieg fertig, aber so richtig glücklich. Diese ganzheitliche mentale und körperliche Betätigung führt zu einem inneren Wohlbefinden. Was als ganz klare Verbesserung der Lebensqualität von den Kletterern empfunden wird.

 

Der soziale Effekt

Der große Zusammenhalt hat eine positive Ausstrahlung auf die Gruppe. Gemeinsam freut man sich über jeden erreichten Teilschritt des Anderen. Da der Mensch darauf angelegt ist, Handeln als positives Prinzip zu erkennen, fördert das Lösen von offenen Aufgaben und Bewältigen von Hindernissen beim Klettern das Bewusstsein, im Leben noch etwas erreichen zu können. Das hilft, Kompetenzen wieder zu erlangen, die für ein erfolgreiches Leben benötigt werden. (CPS)

 

Weitere Informationen

Multiple-Sklerose-Selbsthilfegruppe Abensberg

Klettergruppen in Deutschland

Kompetenzzentrum für Prävention und Rehabilitation der TU München e. V.

 

Hier finden Sie weitere Artikel zum Thema Therapeutischer Sport

Therapeutisches
Reiten

Mädchen auf Pferd
Leser-Service
zur RehaScout ProdukteWelt

Sicher klettern

Bitte Bilder zum Vergrößern anklicken.