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Bewegungstherapeutische und physikalische Anwendungen
Bei Physiotherapie denken viele Menschen zunächst an die Krankengymnastik, vielleicht noch an Massagen oder Fango. Das ist durchaus richtig, doch die Physiotherapie umfasst darüber hinaus eine große Bandbreite weiterer Therapieformen.
Gesundheit - Elektrotherapie

- © istockphoto.com / Nikola Nastasic
Mit Reizstrom Schmerzen lindern
Die Elektrotherapie umfasst alle Therapieformen, bei denen elektrischer Strom zur Behandlung eingesetzt wird. Mithilfe der Elektrotherapie können verschiedene Funktionsstörungen im Körper behandelt werden. Über den elektrischen Reiz werden dabei Reaktionen in den Nerven ausgelöst und so Schmerzen gelindert. Außerdem verbessert diese Therapie die Durchblutung und sorgt dafür, dass die Muskeln sich an- und entspannen.
Formen der Elektrotherapie sind unter anderem die Galvanisation, Kurzwellentherapie, Reizstromtherapie und die Elektroakupunktur.
Anwendung zu Hause möglich
Während die meisten Methoden nur von Physiotherapeuten oder in Kurkliniken durchgeführt werden können, kann die Reizstromtherapie auch gut zu Hause anwendet werden. Häufige Formen sind die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) oder eine elektrische Muskelstimulation (EMS).
Dabei wird ein Stimulationsgerät, bei dem man die Stromstärke und Impulsart genau voreinstellen kann, mittels Elektroden an die Haut angeschlossen. Manchmal wird der Strom auch durch Wasser oder Öl zum Körper geleitet.
Die mittlerweile sehr handlichen Geräte werden meist von einer Batterie getrieben und die verwendeten Elektroden sind nur wenige Quadratzentimeter groß. Vor der Anwendung zuhause sollte man einen Arzt aufsuchen, der erklärt, wie hoch die Stromstärke sein sollte, wie oft und an welcher Stelle das Gerät eigesetzt werden sollte. Die Elektroden werden an der schmerzenden Stelle oder je nach Krankheitsbild an speziellen Punkten angebracht. Danach wählt man die Stromstärke so, dass nur ein leichtes angenehmes Kribbeln zu verspüren ist. Drei bis vier Behandlungen pro Tag für jeweils eine halbe Stunde reichen in der Regel aus. Nach einigen Wochen kann die Wirkung nachlassen, dann sollte man eine Pause einlegen oder die Elektroden an anderen Stellen einsetzen.
Die Elektroden können für eine gezielte Reizstromtherapie teilweise auch direkt an den jeweiligen Muskel im Körperinneren angebracht werden, beispielsweise an den Schließmuskel der Harnblase, damit dieser gestärkt wird.
Wirkung
Die Reizstromtherapie bewirkt eine Veränderung der Konzentration der Ionen an den Zellen und eine Bewegung verschiedener Teilchen. Es kommt folglich durch eine Reizstromtherapie zu einer Verbesserung des Stoffwechsels des Gewebes und anderen nützlichen Effekten.
Hinweis: Die elektrische Stimulation ist fast immer sehr gut verträglich und nahezu nebenwirkungsfrei. Nur bei Patienten mit Herzschrittmachern oder größeren Metallimplantaten ist Vorsicht geboten. In Einzelfällen können Hautirritationen, Epilepsien, Aversionen gegen Elektrizität und psychisch bedingte Schmerzsyndrome gegen den Einsatz der Reizstromtherapie sprechen.
Wann wird die Elektrotherapie angewendet?
Die Wirkung des elektrischen Stroms ist vielfältig: Die Reizstromtherapie hat eine durchblutungsfördernde und schmerzhemmende Wirkung. Die TENS als häufig angewendete Form der Reizstromtherapie blockiert regelrecht die Weiterleitung von Schmerzimpulsen im Rückenmark - eine Wirkung, die oft stundenlang anhält.
Angewendet wird die Reizstromtherapie deshalb besonders bei Schmerzzuständen unterschiedlicher Art, aber auch bei Durchblutungsstörungen, in der Rehabilitationsbehandlung nach Verletzungen, bei Rheuma, Gelenk- und Sehnenbeschwerden und zum Muskeltraining. AW

